Glyphosat – vom Wundermittel zum Verbot?

Glyphosat ist das meistverbreitete Herbizid der Welt. Es wird oft sogar noch kurz vor der Ernte eingesetzt. In der biologischen Landwirtschaft ist das Mittel tabu. Auch Hobbygärtner dürfen Glyphosat verwenden, es wird jedoch in Bau- und Pflanzenmärkten nur mehr selten angeboten. Doch warum ist gerade Glyphosat so umstritten?

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Glyphosat ist ein vom US-Konzern Monsanto entwickelter Wirkstoff. Im Jahr 1974 kam das Glyphosat-haltige Unkrautvernichtungsmittel Roundup auf den Markt. Zum Beststeller in der konventionellen Landwirtschaft wurde es 1996, als Monsanto begann, genmanipulierte Pflanzen zu verkaufen, die gegen Glyphosat resistent sind. Sie überstehen die Behandlung mit dem Pflanzengift – andere Pflanzen sterben ab.

Vom Feld in den Körper

Glyphosat lässt sich bei vielen Menschen und Nutztieren bereits im Urin nachweisen und stammt aus erlaubten Rückständen in Gebäck und anderen Getreideprodukten. Bei einem vor kurzem von Global 2000 durchgeführten Test an 15 Grüntee-Marken wurden in allen konventionellen Produkten Glyphosat-Rückstände gefunden.

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In den Landwirtschaftsgürteln Argentiniens werden Felder mit gentechnisch veränderten und somit Glyphosat-resistenten Sojabohnen auch aus der Luft besprüht. Hier wurden steigende Missbildungsraten bei Neugeborenen beobachtet.

Die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) der Weltgesundheitsorganisation WHO hat Glyphosat im Frühjahr 2015 als „wahrscheinlich krebserregend für den Menschen“ eingestuft. EU-Behörden halten es jedoch weiterhin für unbedenklich. Die Genehmigung für die Verwendung von Glyphosat in der EU läuft noch bis Ende 2017, dann wird wieder über die weitere Zulassung entschieden.

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Europäische Bürgerinitiative

Seit einiger Zeit läuft die Europäische Bürgerinitiative „Glyphosat stoppen“ (Stop Glyphosate). Partnerorganisationen der Initiative sind unter vielen anderen z.B. Global 2000 und Greenpeace. Ein Verbot von Herbiziden auf Glyphosat-Basis, die geänderte wissenschaftliche Bewertung von Pestiziden sowie eine Festlegung verbindlicher Reduktionsziele für deren Einsatz sind die wesentlichen Forderungen.

Hier könnt ihr aktiv werden und die Initiative unterstützen: https://stopglyphosate.org/de/

Es geht auch ohne

Zumindest beim Hobbygärtnern sind Produkte wie Roundup und andere Herbizide und Pestizide auf keinen Fall nötig. Tier- und umweltfreundliche Dünger, Pflanzenschutzmittel und Bodenhilfsstoffe findet ihr natürlich in unserem ethischen Einkaufsführer.

 

Sabrina, 17. Mai 2017

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