Plastik: Worauf man sich einlässt

Plastik und dessen Folgen für die Umwelt ist ein viel diskutiertes Thema. Auch wir haben dem Plastikmüll bereits mehrere Beiträge gewidmet. Welche unmittelbaren Auswirkungen haben die verschiedenen Kunststoffe jedoch auf uns Konsument*innen? Selbst wenn wir versuchen unseren Plastikkonsum zu reduzieren, kommen wir dem Kunststoff im Alltag nicht ganz aus. Daher haben wir zur Orientierung eine Übersicht zusammengestellt, welche Art von Plastik wo verwendet wird und wie schädlich es ist.

© Barbara Stalze

Bildbeschreibung von links nach rechts: Sportshirt, Sprühflasche, Lebensmittelbehältnis und Wasserflasche (Code-Nr. 01); Kosmetikflasche und Düngemittelflasche (Code-Nr. 02); Frischhaltefolie (Code-Nr. 03); Plastiksackerl (Code-Nr. 04); Besen und Schaufel, Blumentopf, DVD-Hülle und Plastikverschluss (Code-Nr. 05); Lebensmittelbehältnis (Code-Nr. 06)

Kunststoffe werden durch das Recyclingsymbol mit den mittigen Code-Nummern 01 bis 07 deklariert. Die Code-Nummern geben Aufschluss über die chemische Zusammensetzung des Plastiks und sind jeweils direkt auf dem Material zu finden. Welche Informationen sich noch hinter dieser Deklaration verbergen, findet ihr im Folgenden:

01 = Polyethylenterephthalat (PET oder PETE)

© wikimedia, Tomia, CC BY 2.5Es befindet sich unter anderem in Polyesterfasern (also in Textilien), Folien, Flaschen (unter anderem in den klassischen Trinkflaschen) und Lebensmittelverpackungen. Eigentlich ist es nur für den einmaligen Gebrauch konzipiert, oftmalige Verwendung kann zu starkem Bakterienwachstum führen. Außerdem kann dieses Material Schwermetalle abgeben und andere Chemikalien, die den Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht bringen.

02 = High-Density Polyethylen (HDPE oder HDP)

Daraus werden härtere Plastikflaschen, Mistkübel, Spielzeug und Rohre hergestellt. HDPE gibt nur wenige Chemikalien ab, daher ist es am besten für Lebensmittelbehältnisse wie Trinkflaschen zu verwenden, wenn man nicht darauf verzichten möchte.

© Wikimedia, Tomia, CC BY 2.503 = Polyvinylchlorid (PVC oder 3V)

Es wird für Fensterrahmen, Rohre, Lebensmittelverpackungen, Plastikflaschen und Spielzeug für Kinder und Haustiere verwendet. PVC ist ein flexibles Plastik, das zwei giftige Substanzen abgibt, die möglicherweise den Hormonhaushalt ins Ungleichgewicht bringen. Deshalb raten Experten, von diesem Plastik Abstand zu nehmen.

04 = Low-Density Polyethylen (LDPE oder PE-LD)

Es befindet sich in Plastiksackerln, Kübeln, Seifenspenderflaschen, Tuben und Folien. Beim Kontakt mit Wasser lösen sich keine Stoffe aus dem Material. In Kontakt mit anderen Lebensmitteln lösen sich jedoch Chemikalien und sollte daher in diesem Zusammenhang speziell vermieden werden.

Bold: Wikimedia Commons, Tomia, CC BY 2.505 = Polypropylen (PP)

Daraus werden beispielsweise Stoßstangen, Innenraumverkleidungen, Industriefasern, Lebensmittelverpackungen, DVD-Hüllen und Joghurtbecher geformt. Es ist widerstandsfähig, leicht und hitzebeständig, wodurch es relativ ungefährlich ist.

06 = Polystyrol (PS)

Es handelt sich um ein billiges, leichtes Plastik, das für Spielzeug, Blumentöpfe, CD-Hüllen, Koffer, Lebensmittelverpackungen und Styropor verwendet wird. Beim Erhitzen verflüchtigen sich krebserregende Stoffe, daher ist es nur für den einmaligen Gebrauch in Verbindung mit Lebensmitteln geeignet und sollte nicht heiß gereinigt werden.

07 = „other“ (O)

© Wikimedia, Tomia, CC BY 2.5Hierbei handelt es sich um die Kategorie in der alle anderen Kunststoffe zusammengefasst werden, z.B. PC – Polycarbonat, PA – Polyamid, ABS – Acrylnitril-Butadien-Styrol, PMMA – Polymethylmethacrylat, PLA – Polylactide, … Diese Kategorie beinhaltet die wahrscheinlich schädlichsten Stoffe, denn diese Kunststoffsorten geben eine Menge an Chemikalien in Lebensmittel ab und sollten daher unbedingt vermieden werden.

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Barbara, 12. April 2017

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