Zum Weltvegantag: Von Donald Watson bis Pamela Anderson

Pamela Anderson posiert mit ihren tierfreien Winterstiefeln

71 Jahre nach der Gründung der Vegan Society in London ist der Begriff „vegan“ – gebildet aus den ersten drei und den letzten zwei Buchstaben des englischen vegetarian – in der Mitte der Gesellschaft angekommen. So viele Menschen wie noch nie entscheiden sich für einen konsequent vegetarischen Lebensstil ohne tierische Produkte. Wo man vor 10 Jahren noch mit einem entgeisterten „veg-was?“ abgespeist wurde, findet man heute vielerorts ganz selbstverständlich vegane Kennzeichnungen und Angebote. Diese Entwicklung ist nicht nur Vordenkern, wie dem Briten Donald Watson, sondern auch der großen Zahl von Aktivistinnen und Aktivisten zu verdanken, die die Idee des Veganismus auf unterschiedlichste Weisen im Alltag bekannt machten: durch Demonstrationen, Infomaterial, vegane Geschäfte und schließlich auch über die Nachfrage nach veganen Produkten.
Ihnen allen ist der heutige Weltvegantag gewidmet!

Frühe Vordenker

Bereits seit 1909 gab es in der Britischen Vegetarian Society eine Grundsatzdiskussion darüber, ob es moralisch vertretbar sei auf Fleisch zu verzichten aber weiterhin Milch- und Milchprodukte zu konsumieren. Im November 1944 traf sich schließlich eine Gruppe rund um Donald Watson in London, die mögliche Begriffe für eine vegetarische Lebensweise ohne tierische Produkte diskutierte und sich schlussendlich auf den Begriff “vegan” einigte, der für sie für konsequenten Vegetarismus stand. So wurde die Vegan Society ins Leben gerufen. (Weitere Details über Donald Watson findet ihr auf tier-im-fokus.ch.)

Frühe Identifikationsfiguren

Bis in die 2000er Jahre fristete Veganismus ein Nischendasein, das vorrangig in Subkulturen verbreitet war. Dass Veganismus den Weg in die „Normalität“ geschafft hat, ist nicht zuletzt auch veganen Celebrities zu verdanken, die ihre Bekanntheit nutzten, um die Idee des Veganismus zu verbreiten und am lebenden Objekt zu demonstrieren, dass auch VeganerInnen aktive – und nicht zuletzt attraktive – Menschen sein können :-)

Eine der frühen veganen Identifikationsfiguren war Moby. Der Musiker fügte seinen Veröffentlichungen häufig Essays bei, in denen auch vegane Ideen diskutiert wurden („Could you look an animal in the eyes and say to it, ‚My appetite is more important than your suffering‘?“). In New York eröffnete er 2002 das vegane Café TeaNY. 2005 steuerte er den Soundtrack für die Dokumentation Earthlings bei.

Ebenfalls an Earthlings beteiligt war Joaquin Phoenix, der bereits seit seiner Kindheit vegan lebt und auch in seinem Beruf als Schauspieler auf pelz- und lederfreie Kleidung besteht.

Auch Pamela Anderson leiht Tieren seit vielen Jahren ihre Stimme. Mit PETA produzierte sie Kampagnen zu pelzfreier Mode. Seit Juli 2015 produziert die Schauspielerin die Koch-Show The Sensual Vegan im entspannten Surf-Beach-Feeling. Aktuell bewirbt sie ihre Boots „Pammies“ – vegane, bequeme Stiefel aus recycelten Materialien.

Die Liste der veganen Hollywood-Stars wird länger und länger. Darunter beispielsweise Alicia Silverstone (unsere Rezension zu ihrem Buch „The Kind Diet“ findet ihr hier), Ellen DeGeneres, Natalie Portman, Ellen Page, Jared Leto und Big-Bang-Star Mayim Bialik, die sich ebenfalls für Tierrechte einsetzt und ein veganes Kochbuch veröffentlichte.

Und in Österreich?

Vegane „Celebrities“ aus Österreich und Deutschland waren in den letzten Jahren noch relativ selten, aber auch hier tut sich einiges. Von Musiker Thomas D., Schauspieler Christoph Maria Herbst und Musikmanager Bär Läsker (der im Jänner sein erstes Buch No need for meat: Oder: Vegan ist, wenn man trotzdem lacht veröffentlichte) bis hin zu Atilla Hildmann, der als veganer Kochbuchautor zum Celebrity wurde.

In Österreich wurden die beiden Veganer Johannes Glück und Dieter Hörmann der Zwa Voitrottln als Gewinner der Comedy-Chance einem großen Publikum bekannt (Video vom Auftritt mit „Vegan Beauty“-T-Shirt). Auch Musikerin Clara Luzia ist Veganerin. Erfreulich ist auch der vegane Zuwachs in der österreichischen Blogger-Szene: Dariadaria (Madeleine Alizadeh) verkündete im Frühjahr diesen Jahres vegan zu leben und berichtet seitdem ausführlich über stylishe vegane Mode, tierversuchsfreie Kosmetik und vegane Rezepte. Bekannt wurde die engagierte junge Frau in den vergangenen Wochen auch durch ihr soziales Engagement für Flüchtlinge, wofür sie den Leading Ladies Award 2015 verliehen bekam.

Vegan nur ein Trend?

Wir freuen uns sehr über die aktuellen Entwicklungen. Auch wenn einige der Personen von veganen Celebrity-Listen vielleicht irgendwann wieder zum Fleisch greifen werden, sind wir überzeugt, dass Veganismus nicht nur ein vorübergehender Trend, sondern eine Idee ist, deren Zeit gekommen ist. Trotzdem gibt es noch viel zu tun – z.B. bei der Vermittlung der Idee, dass Veganismus nicht bei der Ernährung endet. Wir freuen uns, euch auch weiterhin mit Infos und Tipps für den veganen Einkauf in allen Lebensbereichen zu unterstützen!

In diesem Sinne: Happy World Vegan Day! Danke für eure Unterstützung! 

animal.fair (Manuela), 1. November 2015

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