Info: Das Bienensterben und die Folgen

© Sabine Menge, pixelio.de

Sie brauchen einander

Das Bienensterben ist eines der zahlreichen negativen Beispiele für die verheerenden Folgen des Pestizideinsatzes in der Landwirtschaft. Die giftigen Chemikalien töten die Bienen und zerstören zudem ganze Ökosysteme. Herbizide und Pestizide reduzieren die Pflanzenvielfalt und die Blütenpflanzen, die wiederum die Bienen – vor allem die Wildbienen – dringend benötigen. Zudem wird der Organismus der Bienenvölker durch die Umweltgifte, die übrigens auch in Privatgärten in riesigen Mengen eingesetzt werden, geschwächt. Die Tiere werden so anfälliger für Parasiten, Bakterien und Viren.

Von allen Seiten bedrängt – Wildbienen wie Honigbienen

Das Bienensterben hat auch gravierende Konsequenzen für den Menschen: Die Bienen sorgen für die Bestäubung der Pflanzen – sind also quasi für unsere Versorgung mit Lebensmitteln mit verantwortlich. In China gibt es bereits Regionen, wo Menschen händisch das Bestäuben von Pflanzen übernehmen müssen. Die Europäische Union hat Ende April 2013 ein leider nur teilweises und zeitlich begrenztes Verbot bestimmter Pestizide (Neonicotinoide) erlassen. Diese stehen im Verdacht, maßgeblich verantwortlich für das Bienensterben zu sein. Es gibt aber noch andere Faktoren, etwa die sinkende Biodiversität, also das Zurückdrängen der Artenvielfalt und die riesigen Monokulturen in der Landwirtschaft. Bienen brauchen aber Blütenvielfalt. Auch der Klimawandel dürfte den Bienen zusetzen.

Honig ist in unserer Welt zum billigen Massenprodukt verkommen – ausbaden müssen das die Bienen. Auch sie werden in der Industrie in Intensivhaltung ausgebeutet. Sie werden in unnatürliche Lebensbedingungen gezwungen, genetisch manipuliert und stressigen Transporten ausgesetzt.

Was können wir für Bienen tun

Chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel (Pestizide) sollten tabu sein. Aber nicht nur im eigenen Garten. Auch beim Gemüse und Obst, das wir einkaufen, fördern wir entweder konventionelle Landwirtschaft mit Monokultur-Anbau und Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden oder wir kaufen Bio-Lebensmittel und fördern damit diese Art von Landwirtschaft und damit auch die Bienen.
Gestalten wir unsere Gärten ökologisch und als vielfältige, bunte Lebensräume. Wir können Nutzinsektenwiesen anlegen oder einfach möglichst viele verschiedene Pflanzen setzen.
Eigene Nützlingshotels für Bienen bieten Wildbienen – auch in der Stadt – einen willkommenen Unterschlupf.
Honig? Produkte mit Honig als Zuckerersatz meiden und wenn, dann nur Honig von Imkern kaufen, deren Arbeitsweise man kennt und vertraut. Auch in Kosmetika sollte man auf Honig und Bienenwachs verzichten, diese sind leicht durch pflanzliche Öle und Wachse zu ersetzen.

Film- und Linktipps

Die vielgelobte Dokumentation More than honey informiert und zeigt beeindruckende Aufnahmen aus dem Leben der Bienen.
Auf der Seite http://bienenschutz.at von Greenpeace gibt es viele weiterführende Informationen.
 die umweltberatung hat Tipps zusammengestellt, wie Bienen konkret gefördert werden können.
Ziemlich hollywoodesk ist der Kinderfilm Bee Movie, aber er regt immerhin zum Nachdenken über die Hintergünde der Honigproduktion an.

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2 Kommentare

  1. 1

    Bienenwiegen-Baukurse und Kurse „Wesensgemäße Bienenhaltung“, Wettbewerb „Schönste Blumenwiese“ – http://www.bienenschutzgarten.at

  2. 2

    Hey, mich würde interessieren, ob denn im fairen Einkaufsführer, diejenigen pflanzlichen
    Produkte , die von Bienen bestäubt wurden auch als solche markiert wurden. Fairness ist nämlich Wertschätzung der Urerzeuger, nicht wahr !!
    Das Haupt“produkt“ der Bienen ist die Bestäubungsleistung !!
    Oliver Sorge