Info: Versteckte Milchbestandteile in Lebensmitteln, Kosmetika und Haushaltswaren

Laktose oft in Gebäck

Milch und Milchprodukte zu ersetzen ist an sich nicht schwierig, allerdings wird jeder, der erst einmal damit angefangen hat, feststellen, dass sämtliche (industrielle) Lebensmittel und Produkte bzw. Gerichte im gastronomischen Bereich nur schwer milchfrei erhältlich sind bzw. die Deklaration äußerst mangelhaft ist. Die Palette ist groß: ob Topfen, Butter oder Molke in Brot oder Semmeln, Kasein in pflanzlicher Margarine oder Milchpulver in Streuwürzen, Ketchup oder Müslis. Aber sogar vermeintlich vegetarische Lebensmittel enthalten oft Bestandteile von getöteten Tieren. So wird etwa bei vielen gängigen Käsesorten Lab verwendet, das aus dem Magen von Milchkälbern stammt.

Das Kleingedruckte

Wer sicher gehen will, ein völlig milchfreies Produkt zu konsumieren, muss intensiv die Zutatenlisten studieren, viel selbst herstellen und im Zweifelsfall beim Hersteller die Volldeklaration erfragen, da Zutaten die weniger als 5% am Gesamtprodukt ausmachen, nicht ausgewiesen werden müssen. Dabei ist meist der persönliche Kontakt (schriftliche Produktanfrage) unerlässlich. Glücklicherweise steigt das vegane Angebot vor allem in Bio-Supermärkten stetig und auch konventionelle Supermärkte erweitern stetig ihre Sortimente. Was anfangs schwierig erscheinen mag, stellt sich außerdem bald als großer Gewinn heraus: frische und unverarbeitete Lebensmitteln – selbst und kreativ zubereitet – ersetzten in der veganen Küche langweiliges und ungesundes Convenience Food.

Von Milchzucker bis Lab

Nicht immer erkennt man die Milchbestandteile in verarbeiteten Lebensmitteln auf den ersten Blick. Hier ein knapper Überblick:

Milchzucker (Lactose/Laktose): Wird aus der Molke von Kuhmilch hergestellt. Milchzucker wird zahlreichen Produktionen, die von Natur aus keine Milchbestandteile enthalten, aus technologischen Gründen zugesetzt und ist in Süßwaren, Säuglings- und Diätnahrungsmitteln, Saucen, in Suppen als Geschmacksträger oder als Trägersubstanz für Geschmacksverstärker (vor allem in Kartoffelchips u.ä.) enthalten. Auch in Augenlotionen, Kosmetika oder Medikamenten kommt es zum Einsatz.

Milcheiweiß (hydrolysiertes Milcheiweiß/lactis proteinum): Wird aus Kuhmilch hergestellt und als Bindemittel in Backwaren sowie in Kosmetika, Shampoos, Feuchtigkeitscremes, Leim, Kaseinfarben und Kunsthorn verwendet.

Kasein/Kasinogen: Ein Milcheiweiß, das manchen Sojaprodukten – etwa Sojakäsesorten – zugesetzt wird. Außerdem ist es in vielen Kosmetika, wie Haarbehandlungen oder Gesichtsmasken enthalten.

Lab (Kälberlab/Chymosin/Rennin): Dabei handelt es sich um ein Gemisch aus den Enzymen Chymosin und Pepsin, das zum  Ausfällen des Milcheiweißes bei der Herstellung von Käse benötigt wird. Lab wird aus dem Labmagen saugender Kälber gewonnen. Lab kann alternativ auch auf mikrobiellem Weg, und damit ohne tierische Inhaltsstoffe, produziert werden.

Bestandteile von Tieren aufspüren

Sämtliche tierliche Inhaltsstoffe in Lebensmitteln und anderen Produktgruppen sind unter www.veganissimo.de gelistet.

Es gibt auch eine praktische App für das Smartphone: „Animal-Free“ listet alphatisch die gängigsten Stoffe tierlichen Ursprungs auf. Sie können dabei auch die Kategorie wählen: immer tierlichen oder manchmal tierlichen Ursprungs. Praktisch ist auch das V-tool in der rechten unteren Ecke: wenn aktiviert, wechselt die Anwendung in eine andere Datenbank, wo nur Inhaltsstoffe aufgezählt sind, die immer vegan sind. Sprache: Englisch. www.symbioticsoftware.com