Info: Tierqual in unserer Kosmetik Teil 1 (Inhaltsstoffe vom Tier)

Lippenrot aus Läuse“blut“

Stutenmilch, Seidenproteine, Karmin oder Cochenille-Rot (zermalmte Läuse), Schlachtabfälle (tierische Öle) und das Wollfett Lanolin. Das sind nur einige Zutaten in unseren alltäglichen Körperpflege und Kosmetikprodukten, für die Tiere leiden müssen und/oder getötet werden. Nötig ist keine dieser Zutaten, für sie alle gibt es bessere pflanzliche oder mineralische Alternativen.

In Lippenstiften, Haargels, Parfums und Deodorants, in Shampoos, Cremen oder Lotionen: überall können Substanzen tierlichen Ursprungs sein. Nur ein paar Beispiele:
 Fette von Tieren als Schlachtabfälle sind eine günstige Salbengrundlage
 Tierliche Aminosäuren in Shampoos
 Alpha-Hydroxi-Säure in Antifalten-Cremes
 Allantoin (Urinsäure von Kühen)
 Castor (aus den Genitalien von Bibern und Bisamratten) für Parfums und Räucherstäbchen
 Chitosan (aus der Schale von Krebstieren) für „Diät“-Nahrungsmittel und Mund-, Haar- oder Hautpflege
 Collagen (aus Gewebe von Wirbeltieren) für Cremes
 Keratin aus zermahlenen Hörnern, Hufen, Federn, Federkielen und Haaren von verschiedenen Tieren für Haarspülungen, Shampoos und Dauerwellen
 Stearic Acid (aus den Mägen von Kühen, Schafen und Schweinen) für Haarspray, Conditioner, Deodorant und Creme. (Stearic Acid kann allerdings auch pflanzlichen Ursprungs sein.)
 Tierlicher Talg für Rasiercremes, Seifen und Lippenstifte.
 Lipide (oft tierlichen Ursprungs)
 Nerzöl für Cremes
 Murmeltierfett für volksmedizinische Salben
 Seidenpuder aus dem Kokon der zu Tode gekochten Seidenraupen
 Karmin als Rot in Lippenstiften (70.000 weibliche Cochenille-Läuse müssen zerquetscht werden um 450g Farbe zu erhalten)
• Walrat aus dem Kopf und Körper von Pottwalen
• Echtes Moschus (Sekretion die in schmerzhafter Weise von den Genitalien von Moschusochsen, Bibern, Bisamratten, Zibetkatzen und Ottern gewonnen wird. Wildkatzen werden unter grausamen Bedingungen in Käfige eingesperrt gehalten und in der Genitalgegend geschlagen zur Erzeugung des Geruchs).
Ausserdem sind viele Vitamin-Beigaben oft tierlichen Ursprungs (Vitamin A, B und D und H sowie Calcium).

Lanolin von gemulesten Schafen aus Australien

Besonders achtsam sollte man bei Lanolin (Wollfett) sein. Viele Kosmetikhersteller kaufen ihre Zutaten bei großen Rohstofflieferanten ein. Diese beziehen ihr (kostengünstiges) Lanolin meist vom weltgrößten Wollproduzenten: Australien. Dort wird den Schafen das grauenhaften „Mulesing“ angetan: Ohne Narkose wird ihnen der Schwanz und ein tellergroßes Stück Fleisch mit riesigen Scheren herausgechnitten. Siehe dazu Info „Wolle und Wollprodukte wie Lanolin“. In Kosmetik- und Körperpflegeprodukten mit Lanolin aus Australien steckt dieses Tierleid drin.

Fazit

animal.fair empfiehlt vegane Pflege- und Kosmetikprodukte zu kaufen oder auch selbst herzustellen. Manchmal steht „vegan“ auf dem Produkt oder es trägt die Veganblume, ein Kontrollsiegel der Vegan Society, auf das man sich verlassen kann. Siehe dazu auch Info „Gütesiegel für tierfreundliche Kosmetik“. Ansonsten muss man die INCI-Liste auf dem Etikett (Liste aller Inhaltsstoffe) durchlesen. Wenn man Glück hat enthält sie neben den lateinischen Fachbegriffen auch die deutschen Übersetzungen. Ein Hilfsmittel sind Apps oder auch Listen im Web: siehe Tipp „Tierliches u.a. Unerwünschtes aufspüren“. Wenn man eine Lieblingsmarke hat, kann man sich vom Hersteller auch eine Liste der veganen Produkte schicken lassen. Naturkosmetik-Hersteller – und nur solche empfehlen wir – haben diese Listen meist parat und mailen sie auf Anfrage.