Info: Tierfreundliche Textilien

Biobaumwoll-Teddy

Wolle, Daunen, Seide und Leder lassen sich ganz leicht ersetzen, was gleich mehrere Vorteile birgt:
1. Pflanzliche oder recycelte Textilien sind umweltfreundlicher, der Käufer verringert seinen ökologischen Fußabdruck.
2. Jedes Tier weniger in der Intensivhaltung ist ein Beitrag im Kampf gegen die Erderwärmung.
3. Käufer von Green Fashion handeln nicht nur ökologisch, sondern auch ethisch: mindestens einem Tier wurden Schmerzen und Ausbeutung in der Massentierhaltung erspart. Und das sind die tollen tierfreundlichen Alternativen:

Statt Wolle (etwa vom Merinoschaf oder Angorakaninchen usw.)

Biobaumwolle, Baumwoll-Flanell (kbA) oder Baumwoll-Plüsch (kbA), Hanf, Hanf-Satifur (pelzartiges Gewebe aus Hanf und recycelten PET-Flaschen). Für den Outdoor-Bereich empfehlen sich Hightec-Fasern wie PrimaLoft oder Polartec Wind Pro: ein hochdichtes Vlies, das vor Wind schützt und aus recycelten Plastikflaschen hergestellt wird. Es gibt sehr chice urbane Wintermäntel, die mit diesen Hightec-Fasern gefüllt sind. Ausserdem gibt es wattierte Biobaumwolljacken, die auch bei Minusgraden wärmen und die Hanfjacken (besonders wenn sie mit Satifur gefüttert sind) halten absolut warm.

Statt Daunen

Synthetische Flocken in Anoraks und Mänteln: Sie haben den Vorteil, dass sie ihre dämmenden und isolierenden Eigenschaften bei jeder Witterung (auch Nässe) beibehalten. Als Füllung für Decken können wir Tencel (ökologische Zellulosefaser), Kapok (Pflanzendaune), Biobaumwolle und Synthetikflocken (Polyesterflocken) und für Schlafsäcke Hightech-Fasern wie PrimaLoft oder Polarguard sehr empfehlen. Ausserdem: Hanf- und wattierte Baumwolljacken.

Statt Seide

Bambus, Ramie, Soja, Tencel, alle haben eine leicht schimmernde Textur und wirken angenehm kühl auf der Haut. Eine Neuentwicklung, die hoffentlich bald einen Boom erleben wird, ist Bananenseide, die wie Wildseide wirkt und aussieht. (Derzeit nur bei Hess natur erhältlich. Details in der Info „Warenkunde tierfreundlicher Textilien“.) Was die sogenannte Peace Silk oder Wildseide anbelangt, sind die Informationen dazu bisher zu widersprüchlich. Zum einen ist es richtig, dass die Kokons der Tussahraupen erst dann verwendet werden, wenn diese den Kokon bereits durchgebissen haben. Zum anderen ist zu lesen, dass die Raupen erstens meist auf Seidenspinner-Farmen gezüchtet und zweitens trotzdem getötet und am Markt als Nahrungsmittel verkauft werden. Zudem sollen bei der Zucht unzählige Raupen verhungern, weil man mengenmäßig nicht alle aufziehen (füttern) und zu Faltern werden lassen kann. Auch keine echte Alternative zu Seide ist Viskose (auch Rayon genannt) – sie ist in der Herstellung leider nicht sehr umweltfreundlich.

Statt Leder

Es gibt zahlreiche ökologische und gesundheitsfreundliche Materialien, die Leder bei Kleidung, Schuhen, Gürteln, Uhrenarmbändern, Fußbällen, Polstermöbeln etc. ersetzen: Baumwolle, Leinen, Ramie, Hanf, Canvas (Segeltuchstoff), Gummi, Naturkautschuk, Sky (hochwertiges Material als Möbelbezug) und synthetische Lederalternativen bzw. -imitate (Polyurethan, Polyamid). Ein neu entwickeltes vielversprechendes Material ist Chlorenol, das sich durch seine Atmungsaktivität auszeichnet und für Sport- und Wanderschuhe verwendet wird: Es legt sich mit der gleichen Elastizität wie Leder um den Fuß, gibt guten Halt und lässt sich in der Maschine waschen. (Beim Sportschuhhersteller Nike etwa firmiert dieses Material unter dem Namen „durabuck“, bei anderen Herstellern wird es „Hydrolite“ genannt.) In Italien gefertigt wird Lorica: es ist ein atmungsaktives, haltbares, weiches und trotzdem wasserfestes Material aus Zellulosefasern, Polyamid und Polyurethan. Details zu den alternativen Materialien in der Schuhherstellung finden Sie im Kapitel Schuhe.

Statt Pelz

Webpelz, Baumwollplüsch, Hanf-Satifur (pelzartiges Gewebe aus Hanf, z.B. bei der Firma hemp hoodlamp). Ausserdem gibt es wirklich jede Menge chice Wintermäntel, mit Synthetik-Flocken gefüllt oder Synthetik-Flies wattiert (etwa PrimaLoft oder Polarguard), die auch bei satten Minusgraden warm halten – auch das tierfreundliche Herz.

Statt Baumwolle aus konventionellem Anbau

Biobaumwolle. Ein revolutionäres in Österreich entwickeltes Textil aus Cellulosefasern ist Tencel: es ist atmungsaktiv, haltbar und biologisch abbaubar. Ausserdem: Hanf, Leinen, Ramie, Lenpur, Soja oder Bambus.