Info: Tierfreundliche Milch aus Soja, Getreide und Nüssen

Pflanzenmilch

Milch, Obers, Butter, Joghurt oder sogar Käse. Wir brauchen für all das keine Tiermilch. Viele pflanzliche “Milch”-Produkte gibt es fertig im Handel zu kaufen. Immer mehr Kaffeehäuser bieten statt Milch auch wunderbar aufgeschäumte Sojamilch zum Kaffee. Und schließlich: Einzelne Lebensmittel wie etwa Käse, Schmelz oder den Guß z.B. für eine Quiche kann man relativ leicht auch selbst mit rein pflanzlichen Zutaten zubereiten. Sogar die Zubereitung von Soja- oder Mandelmilch gelingt ganz einfach, wenn man einen Sojamilchbereiter zu Hause hat. Ein Genuss, weiß jeder, der schon mal eine frisch zubereitete noch heiße Pflanzenmilch getrunken hat.

 

Statt Milch (von Kuh, Ziege und Schaf): Pflanzliche Milch
Getreidedrinks auf Soja-, Reis-, Hafer-, Dinkelbasis, Mandelmilch, Kokosmilch
In den letzten Jahren ist das Angebot an pflanzlichen Milchalternativen stark gewachsen. Sie beinhalten weder Laktose, Milcheiweiß noch Cholesterin, dafür aber viele Vitamine und Mineralstoffe. Alle nur erdenklichen Sorten “Milch” aus verschiedenen Nüssen und  Getreidesorten sind im Biosupermarkt erhältlich – pur oder mit Früchten. Da der Begriff “Milch” auf Grund einer europäischen Verordnung nur für Erzeugnisse verwendet werden darf, die in einem Melkvorgang gewonnen werden, gelangen die Milchalternativen unter der Bezeichnung “Drink” in den Handel. In der Alltagssprachen haben sich trotzdem Sojamilch, Reismilch und Co. durchgesetzt.

 

Für ihre Herstellung werden Getreidekörner in Wasser eingeweicht, zerkleinert und aufgekocht. Vor oder auch nach dem Abfiltern wird der Drink, je nach Sorte, gezielt fermentiert, wodurch eine leichte Süße entsteht. Zugesetzte Pflanzenöle und Lezithin geben den Drinks die “milchige Farbe”. Alle Getreidedrinks können wie Kuhmilch verwendet werden, allerdings sollte man beim Kochen und Backen unbedingt darauf achten, ob man ein gesüßtes Produkt verwendet und wenn ja, ob dieses für das Rezept auch geeignet ist. Beim Erhitzen der Sojamilch muss man aufpassen, dass sie nicht flockt.
Es empfiehlt sich, verschiedene Sorten auszuprobieren und seinen Favoriten zu finden. Alternativ kann man Getreidemilch auch selbst herstellen.

 

Sojamilch: Ist ebenso eiweißreich wie Kuhmilch und hat einen hohen Anteil an Kalium, Magnesium und Isoflavone, der Kalziumgehalt ist hingegen geringer und wird deshalb bei vielen Sorten künstlich hinzugefügt. Der Geschmack wird oftmals als “bohnig” oder “getreidig” empfunden, ist aber sehr von den Produktionsmethoden abhängig und variiert stark von Hersteller zu Hersteller.
Reis,-Dinkel-und Hafermilch: Wer Soja nicht verträgt oder wem der Geschmack nicht entspricht, kann auf Reis-, Dinkel-, oder Haferdrink ausweichen. Reisdrink ist zudem glutenfrei. Auf Grund der milden Süße eignen sich alle Sorten hervorragend für süßes Gebäck.
Kokosmilch: wird aus dem zerkleinerten Fruchtfleisch junger Kokosnüsse gewonnen, das mit Wasser püriert und anschließend filtriert wird. Auf Grund der sämigen Konsistenz eignet sich Kokosmilch vor allem für die Zubereitung von Süßspeisen oder für indische und asiatische Gerichte.

 

Statt Obers: Soja-, Hafer-, Dinkel- und Reissahne
Mit den Sahneprodukten aus Getreide kann man kochen, backen oder auch Kaffee weißen.
Auch für Schlagobers gibt es ein pflanzliche Alternative: Aufschlagbare Sojasahne ist bei veganen Spezialanbietern als Fertigprodukt erhältlich. Durch die Zugabe von Verdickungsmittel (wie z.B. Guakern-oder Johannisbrotkernmehl) lässt sich auch aus Getreidedrinks- oder -sahne Schlagobers herstellen.

 

Statt Butter: pflanzliche Margarine und Öle
Butter kann sehr wohl ersetzt werden. Eine gute Margarine (der keine gehärteten Pflanzenöle und Milchbestandteile zugesetzt werden) ist ein bekömmliches Lebensmittel. Die in Bioläden, Biosupermärkten und Reformhäusern erhältliche “Alsan”-Margarine wird von vielen VeganerInnen sehr geschätzt, weil sie in Konsistenz und Geschmack der Kuhmilchbutter sehr nahe kommt. Es gibt eine ganze Reihe von Biomargarinen, wo sicher jeder seinen Favoriten finden kann.

 

Statt Joghurt, Creme Fraîche, Sauerrahm, Topfen: Sojajoghurt, Seidentofu, pürierter Tofu
Der Handel bietet mittlerweile ein breites Sortiment an Sojajoghurts in den Sorten “natur”, “fruchtig” oder mit Vanille oder Schokolade aromatisiert. Sie können pur (oder auch mit anderen pflanzlichen Produkten gemischt) auch zum Kochen oder Backen verwendet werden. Je nach gewünschter Festigkeit kann auch Natur-Tofu (entsprechend verarbeitet bzw. gewürzt) zerdrückt bzw. püriert werden. Durch die cremige, feine Textur eignet sich Seidentofu besonders für Cremes, Suppen oder Dips. Mit Hilfe von Joghurtkulturen kann man Joghurt auch selbst herstellen.

 

Statt Käse: Veganer Käse auf Soja- oder Weizenbasis, Tofu, Hefeschmelz
Eines ist klar, Käse (in seiner puren Form) kann wahrscheinlich durch nichts ersetzt werden. Es gibt zwar käseanaloge Produkte und das in in stetig wachsenden Sorten und Varianten. Aber Liebhaber von Camembert und anderem Kuhmilchkäse werden nicht dasselbe Geschmackserlebnis haben. Das ist einfach so. Da muss man sich halt entscheiden, was einem wichtiger ist.
Anders sieht es bei Käsealternativen für Schmelzkäse, Pizzakäse, Käse zum Gratinieren, Käsesoßen oder Gervais (Frischkäse) aus – die kann man fertig kaufen oder selbst aus vollwertigen Zutaten so zubereiten, dass kaum ein Unterschied zu merken ist.

 

Veganer Käse wird in der Regel aus Sojabohnen, Weizengluten, Pflanzenfetten sowie Gewürzen und Aromen hergestellt. Für die richtige Konsistenz sorgen Gerinnungs-und Bindemittel. Ein kritischer Blick auf die Zutatenliste ist dringend ratsam, denn oftmals enthalten die käseanalogen Produkte gehärtete Fette sowie Farbstoffe oder Stabilisatoren. Zudem wird in einigen Sojakäsesorten das aus Kuhmilch gewonnene Kasein zugefügt, wodurch das entsprechende Produkt nicht mehr vegan ist.

 

Alternativ kann pflanzlicher Käse selbst hergestellt werden. Je nach Sorte, kommen hier Soja-und Reisdrinks, Tofu, gekochte Hülsenfrüchte, Nüsse, Mehle und Bindemittel, Hefeflocken, Senf und viele Kräuter und Gewürze zum Einsatz. Ganz simpel lässt sich köstlicher vollwertiger Gervais selbst herstellen. Das Rezept finden Sie in unserem Tipp “Vollwertiger pflanzlicher Käse aus der eigenen Küche”

Ein Kommentar

  1. 1

    Das sind wirklich sehr gute Alternativen, die auch ich in Zukunft mal ausprobieren werde.

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