Tipp: Meine Mitbewohner: effektive Mikroorganismen

Gut gesprüht ist halb geputzt

Die FreundInnen effektiver Mikroorganismen sprechen gerne von einem “Geschenk von Mutter Erde”. Und tatsächlich könnte man sich darüber wundern, dass noch nicht die ganze Welt dieses Geschenk nutzt. Wer sie im Haushalt verwendet, kann fast alle anderen Putzmittel links liegen lassen:

… allerdings muß man sich auf diese neue Art des Putzens schon einlassen, denn die Herangehensweise ist eine andere. Aber eine sehr nachhaltige: in zweifacher Hinsicht, ökologisch und putztechnisch: die Flächen schmutzen nicht so schnell nach.

Die Entdeckung

In den 80er Jahren hat ein japanischer Wissenschafter, Teruo Higa, mehr oder weniger durch Zufall die wundersame Wirkung einer bestimmten Mischung von Mikroorganismen entdeckt. Im großen und ganzen besteht diese Mischung aus drei verschiedenen Arten von Mikroben: Photosynthese-, Milchsäurebakterien und Hefen. Wo immer sie versprüht oder aufgetragen werden, beeinflussen sie die mikrobielle Umwelt in der Art, dass die regenerativen Mikroorganismen vorherrschend werden. Dadurch wird der fermentative Abbau stimuliert und Schmutz (Fäulnis) verschwindet. EM (effektive Mikroorganismen) helfen, das gesunde Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur wiederherzustellen. International ist die EM-Technologie seit über 25 Jahren in der Landwirtschaft und im Umweltbereich erfolgreich.

EMA

Das wichtigste Mittel mit dem geputzt wird (und noch vieles mehr), ist EMA, was „effektive Mikroorganismen aktiviert“ bedeutet. Die Mikrobenmischung befindet sich in einer Zuckerrohrmelasse, die als Nährlösung fungiert. Zweites Mittel zum Putzen ist EMC, das überall dort zum Einsatz kommt, wo Fett gelöst werden muss (z.B. Küche, Badewanne). Im EMC befinden sich ätherische Öle, die helfen, das Fett aufzuspalten. Neben den Mikroorganismen in einer flüssigen Nährlösung gibt es auch noch Mikroorganismen in Ton eingebrannt. Am gebräuchlichsten sind die sogenannten Pipes, kleine Röhrchen, die zur Wasseraufbereitung verwendet werden. Normales Leitungswasser erhält so wieder die Qualität von Quellwasser (kleinere Molekül-Cluster) und für das Putzen bedeutet das eine bessere Waschleistung. Die effektiven Mikroorganismen wirken nicht nur reinigend, sie verhindern auch schlechte Gerüche, sorgen für ein gesundes Raum- und Wohnklima, und wirken sich auch auf die Gesundheit positiv aus. Sie sind absolut ökologisch, da sie ja auch in der Natur vorkommen und wer sie immer wieder verwendet, tut auch etwas Gutes für das Abwasser. Denn auch das Putzwasser mit den „verbrauchten“ Mikroorganismen entfaltet in den Abwasserleitungen um im Abwasser noch eine positive Wirkung, indem es den Fäulnisschlamm reduziert.

Und so wird mit EM geputzt

Man nehme zwei Sprühflaschen, gebe in beide ein paar Pipes und befülle sie mit Wasser. Nun gibt man in die eine Sprühflasche eine kleine Menge EMA und in die andere eine kleine Menge EMC. Wie gesagt EMC ist für fettverschmutzte Flächen, EMA für alles andere. Nehmen wir als Beispiel das Badezimmer. Hier werden die zu putzenden Stellen mit der EMA-Flasche eingesprüht. Die Badewanne tendenziell eher mit der EMC-Flasche einsprühen. Nun sollte die Flüssigkeit 10 Minuten einwirken. In der Zwischenzeit kann man z.B. weitergehen und die Toilette einsprühen. Zurück zum Bad. Man nimmt am besten ein Mikrofasertuch und putzt nun die eingesprühten Flächen damit, mit klarem Wasser nachspülen oder darüberwischen. Fertig. Fenster und Spiegel werden blitzblank mit EMA – allerdings sollte man hier geringer dosieren. Für die Bodenpflege ein kleiner Schuss EMA in den Wasserkübel. Apropos Boden. Wenn man – und das kann man getrost – alle anderen Putzmittel aus der Wohnung verbannt und nur mehr mit EM putzt, dann wird man nach ein paar Monaten, wenn sich das gesunde Mikroorganismen-Milieu ausreichend in der Wohnung ausgebreitet hat, feststellen, dass der Boden nicht mehr so schnell verschmutzt wie früher: Der sogenannte Lurch (Staubmäuse) entstehen langsamer.

Erfahrung

Die hier geschilderten Anleitungen basieren auf der mehr als vierjährigen Erfahrung der Autorin dieser Zeilen, die nur mehr mit Mikroorganismen putzt. Aus dieser Erfahrung weiß ich aber auch, dass eine Einschulung am Anfang unverzichtbar ist. Alle zertifizierten EM-Verkaufsstellen bieten das auch an. Die Art mit EM zu putzen unterscheidet sich vom Putzen mit herkömmlichen Reinigern. Am Anfang sollte man sich auch an die empfohlenen Dosierungen halten, später bekommt man dafür ein Gefühl und arbeitet aus dem Bauch heraus. Es kann übrigens angebracht sein, etwa bei der Badewanne, in Abständen von mehreren Monaten einmal mit einer ökologischen Scheuermilch zu putzen oder mit einer Mischung aus EMC und Steinmehl.
 Ein Wort noch zum Wäschewaschen. Es gibt zwar ein EM-Waschmittel, aber es ist vergleichsweise doch eher teuer. Ich verwende – hoch zufrieden – Waschmittel der in diesem Kapitel empfohlenen Marken.

Wie teuer ist EM?

Und doch noch ein Wort zu den Kosten: 1 liter EMA kostet rund 4 € und man kommt lange damit aus, weil es stark verdünnt wird. EMC ist wesentlich teurer, aber hier kommt man mit einer Flasche noch viel länger aus (weil es mengenmäßig nicht so oft zum Einsatz kommt wie EMA), womit es auch nicht teurer kommt als mit konventionellen Reinigern (die man ja mengenmäßig viel schneller verbraucht).
Kostspieliger ist der Einstieg. Für eine komplette Ausstattung braucht man neben EMA und EMC auch die Pipes (die dann aber ewig halten) und – wenn man es sich leichter machen will – gute Sprühflaschen (wo man nicht ständig pumpen muss).  Das aber sind einmalige Ausgaben.

2 Kommentare

  1. 1

    Mich würde interessieren, wo ich EMa kaufen kann. Vielen Dank im Voraus

  2. 2

    Liebe Andrea,
    Am besten siehst du auf der Homepage des Herstellers der Mikroorganismen-Produkte in Österreich nach: http://www.multikraft.com
    Dort gibt es (unter „Vertrieb und Kontak“) eine Händlersuche für ganz Österreich. Ausserdem sind alle Produkte via Onlineshop erhältlich. Wir empfehlen aber den Kauf bei einem zertifizierten Händler, weil am Anfang die Einschulung ganz wichtig ist.
    Viel Erfolg mit den Mikroorganismen und liebe Grüße, Petra (animal.fair)