Info: Intensivhaltung von Ziegen

Mutter-Kind-Bindung

Was auf die tierquälerische Intensivhaltung von Kühen zutrifft, lässt sich ebenso auf Ziegen übertragen, nur wird diesen verhältnismäßig wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Das liegt wohl auch daran, dass die Ziegenbestände in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr abnahmen. Mittlerweile erfreuen sich Ziegenmilchprodukte aber wieder zunehmender Beliebtheit, was auch auf die immer häufiger auftretenden Allergien gegen Kuhmilchprodukte zurückzuführen ist.

Milchaustauscher…

Eine Ziege muss einmal jährlich lammen, um kontinuierlich Milch zu geben. Von Jänner bis Februar kommen die Zicklein zur Welt. Meist werden Zwillinge, manchmal auch bis zu vier Lämmer pro Mutterziege geboren. In der Ziegen-Intensivhaltung bleiben die Jungen nach der Geburt in der Regel maximal fünf Tage bei der Mutter. Danach werden sie von der Mutter getrennt. Die für die Zucht und als Ersatz älterer Milchziegen geeigneten Lämmer werden im Betrieb mit Milchaustauscher aufgezogen. Die restlichen Jungtiere, vor allem die Böcklein, haben als Nachkommen einer hoch gezüchteten Milchrasse nur geringen Fleischansatz und sind kaum zu vermarkten. In einem industriellen Ziegenmilchbetrieb besteht daher kein Interesse daran, sie groß zu ziehen. So ist es nicht ungewöhnlich, die überzähligen Lämmer unmittelbar nach der Geburt zu töten. Manchmal werden sie auch zur Mast nach Frankreich und die Niederlande verkauft, wo die Nachfrage nach Ziegenfleisch weitaus höher ist.

… und Hormone

In der Intensivhaltung ist es nicht möglich, dass die Ziegenlämmer nur in den ersten beiden Monaten eines Jahres zur Welt kommen, da dadurch die laufende Milchproduktion unterbrochen und es arbeitstechnisch kaum zu bewältigen wäre. Deshalb müssen die Milchziegen in Gruppen zeitversetzt ihre Lämmer zur Welt bringen. Dazu muss der Brunstzeitpunkt der Ziegen durch Hormongabe oder künstliche Steuerung des Hell-Dunkel-Rhythmus im Stall beeinflusst und verschoben werden. Die Haltung in Großställen bringt zudem mit sich, dass der natürliche Bewegungsdrang der Tiere durch fehlenden Auslauf komplett unterdrückt wird. Auf engstem Raum entstehen außerdem vermehrt Krankheitserreger, Keime, Schadstoffe und Gase, die nicht nur die Gesundheit der Tiere beeinträchtigen und eine Verabreichung von Medikamenten erfordern, sondern sich auch negativ auf die Klimabilanz auswirken.