Tipp: Green Shoes

Garantiert tierleidfrei ;-)

Neben dem Material hat sich auch in puncto Schuh-Ästethik in den verganenen Jahren viel getan. Es gibt eine ganze Bandbreite von coolen urban styles über robustere Designs bis hin zu veganen Sport- und Wanderschuhen. Die Wende in der Schuh-Branche hat bereits eingesetzt! Neben den rein veganen Schuhherstellern (Beyond skin, NAE, Vegetarian Shoes, u.a.) gibt es immer mehr Marken, die neben Schuhen mit Leder auch rein vegane Modelle anbieten (Vivobarefoot, Risorse Future, Veja, Po-Zu).

Auch in Deutschland und dem klassischen Schuh-Land Italien gibt es einige Hersteller veganer Schuhe. Insgesamt ist die Auswahl im Internet aber mit Abstand größer als in hiesigen Ladengeschäften. Das Bestellen via Web funktioniert aus eigener Erfahrung recht gut. Immer mehr vegane und ökologische Schuhhersteller gehen übrigens dazu über, recycelte Materialien zu verwenden oder neue Mischungen aus Holzfasern oder Kork.

Vegan oder lederfrei?

Es gibt vegane Schuhe, wo auch garantiert ist, dass der Klebstoff nichts Tierliches enthält. Und es gibt lederfreie Schuhe, wo nur klar ist, dass sie kein Leder enthalten. Lederfreie Schuhe aus Naturstoff oder Synthetik erkennt man an der Kennzeichnung, allerdings erfährt man nicht, ob etwa der verwendete Klebstoff Knochenmehl enthält.

Besonders groß ist die Auswahl an lederfreien Schuhen bei Billigketten wie Deichmann, Reno, Quick Schuh, Jello, Turbo usw. Allerdings kann die Qualität (Tragekomfort und Atmungsaktivität) hier zu wünschen übrig lassen. Und: Über die Herstellung (unter welchen Arbeitsbedingungen die Schuhe produziert wurden) erfährt man auch nichts. Wir empfehlen deshalb lieber weniger Paare, dafür bei Herstellern veganer, sozial und ökologisch produzierter Qualitätsschuhe, wie sie im Ethischen Einkaufsführer gelistet sind, einzukaufen.
Außerdem: Eine Garantie, dass keine Klebstoffe mit tierlichen Inhaltsstoffen verwendet wurden, gibt es nur bei den ausgewiesen veganen Qualitätsschuhen.

Wie Leder

Zur Zeit laufen einige äußerst interessante Entwicklungen, die das Potential haben, die Schuh- und Taschenbranche zu revolutionieren: Pflanzeleder!

Bereits auf dem Markt ist Ananasleder: Eine der vielversprechendsten Neuentwicklungen, auch Pinatex genannt (Hersteller: www.ananas-anam.com). Das umweltfreundliche Material wird aus Ananasblättern (einem Abfallprodukt der Lebensmittelerzeugung) hergestellt. Es hat ähnliche Eigenschaften wie Tierleder, ist atmungsaktiv und zugleich wasserabweisend. Ausserdem passt es sich dem Fuß an. Von Glattleder ist es kaum zu unterscheiden, auch die Lederstruktur weist das Material auf. Schuhe aus Ananasleder gibt es bereits von den Marken nae, Po-zu, Vegetarian Shoes sowie vom internationalen Sportartikelhersteller Puma. Pinatex-Taschen werden von Vegatar und Alexandra K. angeboten. Übrigens: Auch Autositze und Sofas können mit der pflanzlichen Lederalternative Pinatex überzogen werden.

Pilzleder: Auch aus Pilzen kann ein lederartiges Textil hergestellt werden. Es ist nicht nur komplett biologisch abbaubar, sondern hat auch die erwünschten Ledereigenschaft: atmungsaktiv, wasserabweisend. Das Material ist sehr weich und erinnert ein bisschen Rauhleder. Eine gerade als Schuhmaterial interessante Eigenschaft ist, dass das Pilzleder die Bildung von Bakterien hemmt. Ausserdem nimmt es Feuchtigkeit gut auf und gibt sie nach außen ab. Neben Taschen, Hüten, Accessoires eignet sich Pilzleder für die Herstellung von Einlegesohlen, Schuhen und Armbänder für Uhren. Fertige Produkte aus Pilzleder sind in Europa unseres Wissens noch nicht am Markt, wir hoffen aber sehr, dass sich das bald ändern wird. Wer selber etwas nähen will, etwa eine Tasche, kann das Pilzleder im Webshop des italienischen Herstellers grado zero espace unter http://lifematerials.eu als Stückware (in drei Größen) bestellen. Dort firmiert das Pilzleder übrigens unter dem Namen MuSkin. Auf dem US-amerikanischen Markt hat sich der Hersteller MycoWorks etabliert.

Sommer, Sonne, Stoffschuhe

Stoffschuhe haben im Sommer Hochsaison – da wird man praktisch in allen Schuhgeschäften fündig. Besonders empfehlenswert sind solche aus Hanf, Leinen, Kork oder Biobaumwolle. Wenn die Sohle dann auch noch aus Naturkautschuk ist, tragen Sie „green shoes“ im wahrsten Sinne des Wortes. Der klassische Sneaker von Ethletic etwa (in vielen Varianten) erfüllt all diese Kritierien.

Noch ein Tipp: Beim Einkauf auf Reisen oder beim Internet-Shopping kommt Ihnen vielleicht die Bezeichnung “faux leather” unter. Es bedeutet schlichtweg Kunstleder. Darüber hinaus gibt es einige brandnames, die von verschiedenen Firmen geführt werden: Vegetana (Vegetarian shoes), Birko-Flor und Birkibuc (Birkenstock), Lorica (Italienisches Produkt: Mischung aus Zellulose-Mikrofasern, Polymid und Polyurethan), durabuck (Nike) oder Hydrolite (Avia).

Schließlich tut sich auch in punkto Recycling einiges: Denn eine ganze Reihe an Herstellern arbeitet mit Materialien aus recycelten PET-Flaschen. So hat etwa der portugiesische Schuhhersteller nae einen Schuh namens Re-Bottle auf den Markt gebracht.