Info: Der große Bluff

„Perfekter Halt“

UV-Licht, falsche Kämme oder Drahtbürsten, zu heißes Föhnen oder Glätteisen, aber vor allem chemische Substanzen wie Chemiefarbe, Dauerwelle, Shampoos, Balsam, Haarspray und Gel sind es, die die Haare dauerhaft schädigen. Viele jener Pflegeprodukte, die vorgeben die Haare zu pflegen, schädigen sie. Unter der Belastung reissen die äußeren Schuppen auf, das Haar verliert die spiegelnde Oberfläche und damit den Glanz. Es wird struppig und schwer kämmbar.

Eine Idealsituation für die Kosmetikindustrie

Zuerst wird die Haaroberfläche durch zu scharfe Tenside im Shampoo aufgerauht. Das nasse Haar wirkt unkämmbar. Um es wieder zu glätten – die Werbung spricht von „pflegen“ – kommen mit dem Balsam Silikone zum Einsatz. Das Silikon legt sich wie ein Film um das Haar und der Konsument hat das Gefühl, dass seine Haare gepflegt werden. Es ist der momentane Schein, der nie lange hält. Und so muss bald wieder nach Shampoo und Balsam usw. gegriffen werden. Und damit das ganze gut klingt und sich an die nichts-ahnenden KonsumentInnen verkaufen lässt, wird ein Tropfen Seidenprotein, Ginseng-Extrakt oder Lotus-Essenz dem Silikongemisch beigemengt. Das Ginseng-Blatt oder die Lotusblüte zieren dann groß das Etikett. Nur wer Kenner ist und sich darin versteht, eine INCI-Liste (Liste der Inhaltsstoffe) zu übersetzen, kann den Etikettenschwindel aufdecken.

Weniger ist mehr für schöne Haare

Wer sich nicht mehr bluffen lassen will, steigt um auf Biokosmetik auch für die Haare, steigt um auf wenige, aber gute Pflegemittel, färbt nicht mit Chemie, sondern mit Pflanzenhaarfarben. Und bringt ein bisschen Geduld mit, denn die Haar verändern sich nicht von heute auf morgen, sondern brauchen ein paar Wochen bis Monate, um die Chemie langsam abzubauen und wieder ihre natürliche Kraft zu erlangen. Das regelmässige Bürsten zum Reinigen und Entschlacken von Kopfhaut und Haaren gehört ebenso dazu wie ein einigermassen gesunder Lebenswandel. Siehe dazu: Info „Die Haare als Spiegel der Gesundheit“ und Tipp „Morgens – 100 Bürstenstriche“.